Von Erkelenz zum Schloss Dyck

Unsere Wanderung beginnt am Karolinger Ring in Erkelenz. Wir durchqueren zunächst ein Wohngebiet und verlassen die Stadt in Richtung Mennekrath, wo wir den idyllischen Baumschulpark passieren. Anschließend führt uns der Weg durch die Felder zwischen Kaulhausen und Venrath, entlang eines gut ausgebauten Radwegs an der neu ausgebauten Landstraße L19.

Wir folgen dieser bis nach Wanlo und überqueren dort die Brücke über die ehemalige A61. Von hier aus genießen wir einen weiten Blick auf die Sophienhöhe, den Tagebau Garzweiler und die stillgelegte Autobahntrasse. Weiter geht es über Feldwege in Richtung Hochneukirch. Nach dem Überqueren der A46 erreichen wir die Orte Hochneukirch, Holz und Otzenrath – allesamt umgesiedelte Dörfer aus dem Gebiet des Tagebaus, die heute zu Jüchen gehören.

Von Otzenrath wandern wir entlang weiter Felder in Richtung Mönchengladbach-Sasserath. Den Stadtteil Odenkirchen sehen wir nur aus der Ferne, denn unser Weg führt uns weiter durch die ländliche Umgebung, vorbei an Kelzenberg bis nach Neuenhoven.

Von dort sind es nur noch wenige Kilometer durch den kleinen Ort, entlang der Grenze zu Broich. Über einige Feldwege erreichen wir schließlich das wunderschöne Schloss Dyck, das mit seiner historischen Architektur und der einladenden Gastronomie zum Verweilen einlädt.

 

Datum07.12.2025
StartErkelenz
Via 1Wanlo
Via 2Hochneukirch
Via 3Neuenhoven
Via 4Schlich
EndeSchloss Dyck
Km23,8
Hm82
Bruttozeit05:38
Nettozeit04:52
Landschaft (max 10)7,0 Gemütliche Wanderung entlang des Tagebaus, der Umsiedlungsgebiete und dem Dycker Feld
Wetter (max 10)6,5 Bedeckt und diesig am Ende ein paar Tröpfchen
Schwierigkeit (max 10)5,5 Mittlere Etappe mit wenigen Höhenmetern.
BegleitungHerbert, Peter, Jörg
BegegnungenOnkel Heinz und Marianne, die von Ilses Mitwirken an den LVR Sanierungen in Liedberg und am Schloss Dyck berichteten.
ErfahrungenNach 23,6 km wandern sinkt die Lust auf einen Bummel im Nieselregen über den Weihnachtsmarkt
HighlightGrünkohl und Radler im Schlossrestaurant Dyck
Fitness9,0 (Recht fit)
Unterkunft (max 10)N/A
Album des Tages3⭐️Crosby, Stills & Nash, Crosby, Stills & Nash, 1969
Story

Grenzgenial: Wenn Bürokratie Brücken schlägt – und Weine wachsen lässt

Es war einmal ein Fluss. Also, eigentlich war da kein Fluss. Nur ein ausgetrocknetes Flussbett, das sich durch die Landschaft schlängelte wie ein vergessener Gartenschlauch. Doch das hielt unsere niederländischen Nachbarn nicht davon ab, eine Autobahnbrücke darüber zu bauen. Sicher ist sicher. Man weiß ja nie, wann der Rhein mal wieder Lust auf einen Umweg hat. Und wenn nicht der Rhein, dann vielleicht ein besonders ambitionierter Gartenschlauch.

Währenddessen auf der deutschen Seite der Grenze: In Kaulhausen, einem Ort, der so klein ist, dass selbst Google Maps zweimal hinschauen muss, wird ein Schutzwall errichtet. Gegen was? Gegen alles. Oder nichts. Ursprünglich gedacht als Bollwerk gegen den RWE-Tagebau, der sich inzwischen aber längst in andere Richtungen ausgebaggert hat. Der Wall blieb – wie ein Mahnmal deutscher Planungskunst. Oder wie ein sehr teurer Maulwurfshügel.

Die Holländer schauen rüber und warten. Nicht auf Godot, sondern auf den deutschen Wall. Denn ohne den Wall – so munkelt man – kein WallWein. Ja, richtig gelesen: WallWein. Ein Tropfen, der auf den sanften Hängen des Schutzwalls gedeiht. Ein Pinot Bureaucratique, mit feiner Note von Aktenstaub und einem Hauch von Genehmigungsstau. Der perfekte Begleiter zu Formular C-17a.

Und so stehen sie da, die Deutschen und die Holländer, jeder auf seiner Seite der Grenze, jeder mit seinem eigenen Bauprojekt, das keiner braucht, aber alle irgendwie liebgewonnen haben. Die einen bauen Brücken ins Nichts, die anderen Mauern gegen das Nirgendwo – und am Ende verbindet sie mehr als sie trennt: ein unerschütterlicher Glaube an die Kraft der Bürokratie. Und ein guter Schluck WallWein.

Prost, Europa.