Vom Bahnhof Dalheim durch den Birgelner Urwald und entlang der Rur nach Hilfarth

Vom Birgelener Urwald nach Hilfarth an der Rur – eine Wanderung durch den Kreis Heinsberg Unsere Wanderung beginnt am Bahnhof in Dalheim. Von dort aus halten wir uns zunächst in Richtung der niederländischen Grenze und tauchen bei der Dalheimer Mühle in das ausgedehnte Waldgebiet De Meinweg ein. Auf teils abgelegenen Pfaden durchqueren wir stille Waldwege, vorbei an Feuchtgebieten und geheimnisvollen Relikten aus der Mitte des letzten Jahrhunderts. Zu entdecken gibt es verlassene Forsthäuser, ehemalige Silbersandminen und die Überreste des historischen Westwalls, der einst durch den Birgelener Urwald verlief. Diese Etappe führt uns in die Nähe des Birgelener Pützchens und bietet eindrucksvolle Naturerlebnisse und historische Einblicke. Nach dieser faszinierenden Passage erreichen wir den Luftkurort Wassenberg. Eine kurze Rast am charmanten Marktplatz lädt zum Verweilen ein, bevor wir unsere Route über Luchtenberg und Orsbeck fortsetzen. Entlang der Rur wandern wir weiter in Richtung Ratheim. In Ratheim treffen wir auf den Adolfosee – ein ehemaliges Baggerloch, das heute als Segelrevier, Angelgewässer und Rückzugsort für Wasservögel dient A. Von dort folgen wir dem Flusslauf am Fuße der Millicher Halde, einem markanten Relikt des Steinkohlenbergbaus , bis zum traditionsreichen Korbmacher-Dorf in Hückelhoven, genauer gesagt in den Ortsteil Hilfarth.

 

Datum09.11.2025
StartDalheim
Via 1Birgelen
Via 2Wassenberg
Via 3Ratheim
Via 4Millich
EndeHilfarth
Km19,9
Hm98
Bruttozeit05:08
Nettozeit04:13
Landschaft (max 10)9,0 Schöne Wanderung entlang der Rur verbunden mit einen mystischen Urwald.
Wetter (max 10)6,5 Bedeckt und diesig aber ohne trocken.
Schwierigkeit (max 10)4,5 Mittlere Etappe mit wenigen Höhenmetern.
BegleitungAngelika, Melanie, Herbert, Leo, Jan-Timon
BegegnungenDesiree und ihr Lebensgefährte, die mit charmanten holländischen Akzent in Wassenberg Sonntags Morgen schon Cappuccino verkaufen ☕️😊
ErfahrungenSonntags morgens sieht auf abgelegen Waldwegen mehr Hunde als Menschen.
HighlightBirgelner Urwald im Herbst
Fitness9,0 (Recht fit)
Unterkunft (max 10)N/A
Album des Tages4⭐️Ray Of Light, Madonna, 1998
Story

Die Geschichte des Silbersandabbaus im Birgelener Urwald

Im Schatten der alten Buchen und Birken des Birgelener Urwalds, nahe Dalheim, liegt ein Stück fast vergessener Industriegeschichte: der Silbersandabbau. Bereits im 19. Jahrhundert begannen hier erste Grabungen, denn der Boden enthielt besonders reinen, weißen Quarzsand – den sogenannten Silbersand. Dieser Sand war so fein und hell, dass er fast wie Silber glänzte, was ihm seinen Namen verlieh.

Die Region war ideal für den Abbau: gut erreichbar, reich an Rohstoffvorkommen und mit genügend Arbeitskräften aus den umliegenden Dörfern. Kleine Sandgruben entstanden mitten im Wald, oft in unmittelbarer Nähe zu einfachen Forsthäusern, die den Arbeitern als Unterkunft dienten. Mit Schaufel und Lore wurde der Sand aus dem Boden geholt und über schmale Feldbahnen zu Sammelstellen transportiert.

Doch der Abbau war mühsam. Die feuchten Böden und das dichte Wurzelwerk machten die Arbeit schwer. Dennoch florierte der Handel mit Silbersand bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Erst mit dem Aufkommen moderner Fördertechniken und dem Rückgang lokaler Rohstoffnutzung endete der Abbau. Heute sind die alten Gruben überwachsen, die Ruinen der Betriebsgebäude verfallen – stille Zeugen einer vergangenen Ära.

🧪 Die Bedeutung von Silbersand

Silbersand ist ein besonders reiner Quarzsand mit hohem SiO₂-Gehalt und geringer Körnung. Seine Eigenschaften machen ihn zu einem gefragten Rohstoff in verschiedenen Bereichen:

• Glasherstellung: Silbersand ist ein Grundstoff für die Produktion von hochwertigem Glas, insbesondere für optische und technische Anwendungen.
• Gießereien: In der Metallverarbeitung dient er als Formmaterial für präzise Gussteile.
• Bauindustrie: Er wird für feine Putze, Mörtel und Estriche verwendet.
• Filtertechnik: Aufgrund seiner Reinheit eignet sich Silbersand hervorragend für Wasser- und Luftfilter.
• Sport- und Spielplätze: Sein weiches, helles Erscheinungsbild macht ihn beliebt für Beachvolleyballfelder und Sandkästen.


Heute ist der Birgelener Urwald ein Ort der Erholung und des Naturschutzes. Doch wer genau hinsieht, entdeckt zwischen den Bäumen die Spuren einer Zeit, in der der Wald nicht nur Naturraum, sondern auch Arbeitsplatz war – und der Silbersand das weiße Gold der Region.